Staatliches Akademisches Theater des Tanzes der Republik Kasachstan

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Aarauer Nachrichten (Link extern – siehe Seite 18) (Seite als PDF)

Klassisches Ballett aus Kasachstan

Der international bekannte Choreograph Bulat Aukhanov gastiert mit seinem Ensemble in Aarau, Baden, Cham und Olten

Ein Ensemble aus Tänzerinnen und Tänzern der höchsten Meisterklasse zeigt Tanz und Ballett auf höchster Stufe.
Mit dabei Akmaral Aeschlimann aus Küttingen.

Akmaral Aeschlimann aus Küttingen ist Profitänzerin. Mit zehn Jahren trat sie in ihrer Heimat in Kasachstan in die Akademische Choreographische Ballettschule in Almaty, der ehemaligen Hauptstadt Kasachstans ein. «Als ich einen Film mit der russischen Primaballerina Maja Plisetskaya sah, war für mich klar, dass ich auch so tanzen wollte.» Acht Jahre lang dauerte diese äusserst anspruchsvolle Tanzausbildung. Dass nur Spitzenleistungen Bestand haben, beweist die Tatsache, dass von den 30 Kindern schliesslich nur vier das Abschlussdiplom überreicht bekamen. Bereits eine Aufnahme erforderte viel Können, von den 200 angemeldeten Kindern haben sich nur 30 qualifiziert. «Das Training war sehr hart und streng, es gehört aber zu den schönsten Momenten meines Lebens», erklärt Akmaral Aeschlimann. Beim Abschlussexamen waren alle wichtigen Choreographen der Republik Kasachstan anwesend. Dass der international bekannte Ballettmeister Bulat Aukhanov sie für sein «Young Ballett of Almaty» ausgewählt habe, sei für sie eine grosse Ehre gewesen, so Akmaral Aeschlimann, die vom Ballettmeister mehr als begeistert ist. Bulat Aukhanovs Talente seien vielseitig. Sie umfassten das Spektrum des Lehrers, des Förderers, des Philosophen, des Menschenkenners, des Schriftstellers und des Schauspielers. Auf diese Weise inspiriere er seine Ballett-Studentinnen und -studenten und motiviere sie. «Er versteht es meisterhaft, jedes Mitglied seines Ensembles zu fördern, seine Stärken hervorzuheben und ihm so den richtigen Platz in einem entsprechenden Tanzstück zuzuweisen. Er gibt jeder Tänzerin und und jedem Tänzer die Möglichkeit, einzigartig zu sein und ihre Vorzüge auszuspielen». Im Ensemble von Bulat Aukhanov ist es üblich, dass die Protagonisten sich sowohl im Solotanz wie auch im Gruppentanz engagieren. Deshalb gibt es auch keinen Konkurrenzkampf. Akmaral Aeschlimann ist mit dem Ensemble auf der ganzen Welt aufgetreten. Danach legte sie ein längere Pause ein, um das Familienleben zu pflegen und ihren Sohn aufzuziehen.

Nach längerem Unterbruch wieder auf der Bühne

Als das Ensemble mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen von Akmaral Aeschlimann im Sommer letztes Jahres in London gastierte, lud ihr Mann Roland sie ein. Dabei tauchte sie wieder in die fantastische Welt des Balletts ein, er neuerte alte Kontakte und Freund schaften. Daraus entstand die Idee, dass das Ensemble in der Schweiz auftreten könnte. Professor Bulat Aukhanov forderte «eine der besten Carmen, die er je hatte», wie er Akmaral Aeschlimann nennt, auf, beim Bolero von Maurice Ravel am 7. März in Olten eine der Hauptrollen zu tanzen. Die Profitänzerin liess sich überzeugen und bringt sich nun innerhalb von zwei Monaten in Form. «Zwei Mal pro Woche trainiere ich im Tanzhaus Zürich in einer Meisterklasse. Zudem unterstützt mich Cornelia Kaufmann aus Muhen beim Krafttraining. Sie stellt mir auch ihren Gymnastikraum zum Proben zur Verfügung». Seit sie wieder tanze, sei sie eine ganz andere Person. «Ich habe wieder dieses befreiende Gefühl, es geht mir gut und ich bin beseelt von der Kraft und der Faszination des Balletts. Es macht mir grossen Spass und ich möchte auch nach der Aufführung mein Training bei behalten und tänzerisch tätig bleiben. Diese Einladung und Chance, nochmals auf der Bühne zu stehen, ist für mich eine grosse Herausforderung.» Auch ihr Mann Roland Aeschlimann steht mit grossem Engagement hinter seiner Frau und hat auch die Organisation und Werbung dieser Ballettaufführungen übernommen: «Ohne die finanzielle Unterstützung des Kulturministeriums der Republik Kasachstan wären diese Aufführungen natürlich nicht möglich gewesen.»

Über 30 Profitänzerinnen und -tänzer

Zur Schweizer Premiere bringt Bulat Aukhanov über 30 professionell ausgebildete Artistinnen und Artisten mit. Das Ensemble besteht aus Tänzerinnen und Tänzern der höchsten Meisterklasse, ist also gleich zu setzen mit Perfektion und Charakter. Bei Carmen – einem ab soluten Highlight – kann das geübte Auge erkennen, wie viele Jahre des Trainings eine Ballerina investiert. Es besteht eine lange Liste ehemaliger Studentinnen und Studenten, welche sich beim Meister Bulat Aukhanov ausbilden liessen. Sie fanden in renommierten Ballett-Ensembles ihre Berufung. Einige von ihnen sind noch heute aktiv oder geben ihr Wissen an den aufstrebenden Nachwuchs weiter. Choreographien des Meisters versprechen magische Momente. Wenn Professor Aukhanov aktiv ist, erweckt er mit seinen Artisten die dritte Dimension im Theater: Musik, Ballett und Emotionen. Akmaral und Roland Aeschlimann hoffen nun, das die Aufführungen gut besucht werden. «Es ist einfach toll, wie dieses Ensemble das Publikum verzaubern kann. Ballettgenuss höchster Güte wird so in der Schweiz gezeigt», freut sich Akmaral Aeschlimann.
Corinne Remund

Programm: Dauer: ca. 2 Stunden plus Pause
Baden: Mittwoch, 5. März 2008, 20:00 Uhr im Kurtheater; «Carmen-Suite» von Georges Bizet/Rhodion Shedrin und «Konzertprogramm» mit eindrücklichen Choreographien.
Cham: Donnerstag, 6. März 2008, 20:00 Uhr im Lorzensaal «Schwanensee» von Piotr Illitch Tchaikovsky und «Konzertprogramm» mit eindrücklichen Choreographien.
Olten: Freitag, 7. März 2008, 20:00 Uhr im Stadttheater «Kyz-Zhibek» von Aida Isakova und «Bolero» von Maurice Ravel.
Aarau: Montag, 10. März 2008, 20:00 Uhr im Kultur- & Kongress haus «Carmen-Suite» von Georges Bizet/Rhodion Shedrin und «Konzertprogramm» mit eindrücklichen Choreographien
Aarau: Dienstag, 11. März 2008, 20:00 Uhr im Kultur- & Kongresshaus «Schwanensee» von Piotr Illitch Tchaikovsky und «Konzertprogramm».

Vorverkauf für alle Vorführungen sind unter www.kaz-ballett.ch möglich.

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